Kyndryl: Erste Verhandlungsrunde zeigt große Differenzen auf

10.05.2023


ver.di-Tarifinfo

Am 09. Mai fand in Kelsterbach die erste Verhandlungsrunde zur Tarifrunde 2023 statt.

10.05.2023 - Die ver.di-Verhandlungskommission hat die in den vergangenen Wochen durch die ver.di-Mitglieder diskutierten Forderungen in die Verhandlungen eingebracht und umfangreich begründet. Das Kernthema in dieser Tarifrunde ist die Stärkung der Reallöhne der Beschäftigten, die durch die anhaltend hohe Inflationsrate enorm belastet sind.

Die Arbeitgeber sind in der Verantwortung, für Entlastung der Beschäftigten zu sorgen. Denn die IT-Branche ist trotz der Kriseneinflüsse durch die Corona-Pandemie und dem Angriffskrieg auf die Ukraine auf Wachstumskurs. Dies zeigen Marktdaten der bitkom und des ifo-Instituts, die für die Branche Wachstumsraten im mittleren einstelligen Wachstum erwarten.

Keine Erhöhung der Tariflöhne?

Der Arbeitgeber wies die ver.di Forderungen zurück und stellte gleich zu Beginn der Verhandlungen klar, dass ein Ausgleich der Inflation nicht denkbar sei.

Weiterhin wurde durch die Arbeitgeberseite ausgeführt, dass Kyndryl im Marktvergleich sehr hohe Personalkosten hätte (einen Beleg dafür bleibt sie trotz mehrfacher Nachfrage schuldig). Dies, so die Arbeitgeber, mache es erforderlich, die Tariflöhne auf dem jetzigen Niveau stagnieren zu lassen. Lediglich ein Gehaltprogramm sei aufzulegen, innerhalb dessen Gehaltserhöhungen ausschließlich durch das Management vorgenommen werden sollen. Aus Sicht der Arbeitgeber gibt es einige wenige „kritische Mitarbeiter*innen“, die man durch hohe Gehaltszahlungen binden müsse. Das würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass ein großer Teil der Kyndryl-Beschäftigten in dieser Gehaltsrunde leer ausginge. Dies wird mit der ver.di Verhandlungskommission nicht zu machen sein. Es sind Teamleistungen, die den Erfolg des Unternehmens ausmachen und so müssen alle Beschäftigten von der Tarifrunde profitieren. Dies zeigen auch Blicke in Studien von Kienbaum oder Robert Walters, die ein market movement (generelles Wachstum der Gehälter, um auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein) zwischen 5 und 8% prognostizieren.
Auch der Forderung nach einer Mindesterhöhung steht die Arbeitgeberseite ablehnend gegenüber.

Ebenso wiesen die Arbeitgeber die Forderung nach einer Mobilitätszulage zurück. Der Arbeitgeber verwies darauf, dass man im Umkehrschluss Parkplätze abmieten und Dienstwägen abschaffen müsse. Ver.di verwies darauf, dass Schwarz-Weiß-Malerei die ökologische Transformation nicht weiterbringe, sondern Anreizsysteme nötig seien.

Teilergebnis Gesundheitsbudget

Am Rande der Gehaltsrunde ging es auch um die Verabredung eines neuen Gesundheitsbudgets. Hierzu gab es eine Verständigung auf ein Budget pro Kopf in Höhe des bisherigen Umfangs. Die Summe beträgt 215.000 Euro.  

Jetzt ist die Arbeitgeberseite gefragt

Die ver.di-Verhandlungskommission bewertete die erste Verhandlungsrunde als enttäuschenden Auftakt. Perspektiven für eine Reallohnentwicklung für die Beschäftigten bei der Kyndryl sind nicht erkennbar. ver.di formulierte die klare Erwartungshaltung, in der zweiten Verhandlungsrunde am 30.+31.05. klarere Aussagen insbesondere auch zur Höhe des Budgets zu formulieren und forderte die Arbeitgeberseite auf, ein Angebot in die zweite Verhandlungsrunde einzubringen.

Es kommt auch auf die Beschäftigten an

Die Tarifkommission und die Betriebsgruppen werden sich zu diesem ersten Stand austauschen und ggf. weitere Schritte beraten. In dieser Runde kommt es auf jede Unterstützung an. ver.di wird hier gemeinsam mit allen Kolleg*innen kämpfen müssen, um die Forderungen zu erreichen. Deshalb:

www.mitgliedwerden.verdi.de