DGB-Index Gute Arbeit

Viel Stress und Zukunftsangst

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Jugend
30.11.2023

Die DGB-Jugend veröffentlicht die Daten der Sonderauswertung Junge Beschäftigte des DGB-Index Gute Arbeit.

Wie nehmen junge Menschen die Veränderungen in der Arbeitswelt wahr? Sind junge Menschen zufrieden mit den Arbeitsbedingungen in Deutschland? Diese und weitere Fragen beantwortet die ­achte Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit im Auftrag der DGB-Jugend.
Die Daten dafür stammen aus dem DGB-Index Gute Arbeit von 2020 bis 2022. 23,6 Prozent der dort befragten Beschäftigten sind unter 35 Jahre alt. Der DGB-Index Gute Arbeit berichtet seit 2007 in einer bundesweiten Repräsentativumfrage über die Entwicklung der Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten.

Stressfaktoren
Wenn Arbeitgeber von der Modernisierung der Arbeitswelt sprechen, meinen sie meist Flexibilisierung. Für die Beschäftigten bedeutet dies aber Stress: Psychische Belastungen, fehlende Erholungszeiträume und eine Erhöhung des Anforderungsprofils vieler Berufe sind das Resultat von einer solchen Flexibilisierung. 39 Prozent der jungen Beschäftigten leiden unter Mehrfachbelastungen bezüglich der Arbeitszeit: Schichtarbeit, Wochenend- und Nachtarbeit kommen bei jungen Beschäftigten besonders oft vor. Gleichzeitig nehmen auch sie die Entgrenzung der Arbeitszeit wahr: 28 Prozent geben an, sehr häufig oder oft außerhalb der Arbeitszeit erreichbar sein zu müssen.

Erfolge der Gewerkschaften
Erfreulich ist, dass sich die Bewertung der Arbeitsqualität in den vergangenen Jahren insgesamt etwas verbessert hat. Dies ist auch auf die erfolgreiche Tarifpolitik der Gewerkschaften und Maßnahmen wie die Einführung des Mindestlohns zurückzuführen. Generell führt eine bessere Mitbestimmung in den Unternehmen auch zu einer besseren Bewertung der Arbeitsqualität. Das zeigt auch diese Sonderauswertung deutlich.

Lohnentwicklung
Dennoch bereitet vielen jungen Beschäftigten die Einkommenshöhe große Sorgen. Fast ein Drittel (32 Prozent) geben an, dass ihr Lohn nicht oder gerade so ausreicht. Die Folge: Viele junge Beschäftigte machen sich über ihre spätere ­Rentenhöhe Sorgen. Die DGB-Jugend fordert einen solidarischen Umbau der gesetz­lichen Rentenversicherung hin zu einer Erwerbstätigenrente, die allen Versicherten eine auskömmliche Rente im Alter sichert.

Blick in die Zukunft
Zukunftsängste von jungen Beschäftigten lassen sich auch auf ihre Beschäftigungsverhältnisse zurückführen. Weiterhin sind sie, im Vergleich zu älteren, ­besonders häufig von atypischer Beschäftigung betroffen – bei den unter 25-Jährigen sind sogar 29 Prozent in nicht-regulären ­Arbeitsverhältnissen. Leider besteht auch hier weiterhin dringender Handlungs­bedarf.

Fazit
„Es ist eine elementare Erfolgsbedingung für funktionierende Volkswirtschaften, junge Menschen qualitativ hochwertig aus- und weiterzubilden und möglichst lückenlos in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt DGB-Jugend-Referent Philipp Siewert.


Download unter:
https://kurzelinks.de/yahl

 

Soli aktuell

Diesen Artikel haben wir von der „Soli aktuell“ der DGB-Jugend übernommen.

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